Nähmaschinentest: Die “gehobene“ Mittelklasse
Ja, es gibt darüber tatsächlich auch noch eine Oberklasse. Für diese Maschinen
müssen dann allerdings gleich ein paar tausend Euro ausgegeben werden.
Die Preise für die hier verglichenen Maschinen liegen ca. zwischen 1.000
und 1.500 Euro. Eine günstigere Maschine kann im Nähergebnis-Vergleich
genauso gut abschneiden. Allerdings nur dann, wenn genügend Näherfahrung
vorhanden ist und die Maschine sehr sauber läuft. Trotzdem entwickeln
sich beim Nähen fast immer auch neue Wünsche nach mehr Zierstichen,
einem Kniehebel, einem Obertransport, einem automatischen
Fadenabschneider oder eben sogar eigenen programmierten Mustern.
Was für viele das Fitnessstudio, die Kosmetikerin, der Friseur, die Kneipe
nebenan, die Plastikschüsselparty, die neueste Handtaschenmarke usw.
ist, investieren wir Nahegeisterte eben lieber in eine bessere
Nähmaschine. Da es aber DIE eine perfekte Wunschlosglücklich-Nähmaschine
für ALLE immer noch nicht gibt, kostet es etwas Mühe, die persönlich
passende Maschine herauszufiltern. Diese Mühe lohnt sich aber sehr, denn
nur so werden wir die wirklich richtige Maschine für uns finden können.
Meine kleine Testreihe basiert somit ausschließlich auf meinen persönlichen
Erfahrungen, DU wirst vielleicht andere Maschineneigenschaften für dich
wichtiger finden. Mit den drei getesteten Nähmaschinen habe ich etliche
Teile und die unterschiedlichsten Materialien genäht. Mit anderen Marken
dieser Klasse habe ich keine oder zu wenig Erfahrung, was natürlich
nicht bedeutet, dass sie schlechter sind.
Die drei Maschinen verfügen alle über einen Kniehebel, Einfädler, viele
Zierstiche und eine Möglichkeit des Obertransportes.
Mit dem Einsatz des Obertransportes lassen sich unterschiedliche
Materialen miteinander vernähen, ohne dass die Stofflagen sich
gegeneinander verschieben. Auch die Verarbeitung von dehnbaren Stoffen
erzeugt bessere Ergebnisse und gleichmäßigere Nähte.
Die Maschinen können auch von Nähanfängern genutzt werden, da die
Nähgeschwindigkeit mühelos eingestellt werden kann. Für Kinder bietet
die Pfaff-Maschine sogar einen extra Zusatzfuß, welcher mit einem Bügel
die Finger auf Abstand zur Nadel hält.
Alle Maschinen zeigen auf Wunsch, welcher Nähfuß für die gewünschte Naht
empfohlen wird und schalten sich selbstständig ab, wenn mal ein Faden
verknotet ist. Die Maschinen können so eingestellt werden, dass sie
Nahtanfang und -ende automatisch verriegeln. Für saubere Ecken kann die
Nadelposition so gewählt werden, dass sie beim Nähstopp unten stehen
bleibt.
Generell empfehle ich, die Nähmaschine nach einigen Nähtagen auch
unter/hinter der Spulenkapsel mal mit Pinsel und Staubsauger zu
reinigen. Ansonsten genügt es, die Spulenkapsel mit einem Wattestäbchen
zu säubern und kleine Fadenreste mit einer Pinzette zu entfernen.
Aufgrund der vielen Möglichkeiten der getesteten Maschinen empfiehlt es
sich, das dazugehörige Handbuch zu lesen. Die Handbücher sind leicht zu
lesen und mit vielen Skizzen ausgestattet. Im Laufe der Zeit werden
sicher noch neue Näh- und Speicherfunktionen entdeckt.
Erst werde ich jede Maschine einzeln beschreiben, eine tabellarische
Übersicht findet ihr ganz unten. Für mich sind vielleicht auch andere
Dinge an einer Maschine wichtiger als für andere, jeder hat ja so seine
Vorlieben.
Dies ist, kann und soll KEINE Kaufempfehlung sein, sondern eine Anregung,
sich selbst über die eigenen Maschinenwünsche klar zu werden.
Hier geht es zu den einzelnen Testberichten:
Übersicht
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