
17 Tage Afrika pur
| Sicher erinnert ihr euch noch an unsere Spendenaktionen
zugunsten des
Nahow-Vereins, welcher
eine Region in Kamerun unterstützt. Alleine das Ebook der
AlleSzusammen-Tasche wurde von euch so oft gekauft, dass es unter anderem möglich
war eine Solaranlage zu finanzieren. Über euer Vertrauen haben wir uns
sehr gefreut. Mir persönlich war es wichtig, die Lebensumstände vor Ort
zu erleben, die Schneiderwerkstatt einzuweihen und die Verantwortlichen
sowie die Auszubildenden kennen zu lernen. Aus diesen Gründen bin ich
nach Kamerun gereist, selbstverständlich wurde diese Reise nicht von den
Spenden, sondern von mir privat übernommen.
Nach 17 Tagen in Kamerun bin ich am Sonntag wieder in Deutschland gelandet und möchte euch nun sehr gern an meinen Eindrücken und Erfahrungen teilhaben lassen. Euch interessiert sicher auch sehr, wie eure Hilfe verwirklicht wurde und wird. Ziel meiner Reise war das hautnahe Erleben der dortigen Lebensweise und –umstände, in den Städten allgemein, aber natürlich vor allem von den Bewohnern des Dorfes Enwen. Denn dort wurde vom Nahow-Verein das Ausbildungszentrum für Schneiderinnen und Tischler eingeweiht, welches durch eure Spenden unterstützt wird. Enwen ist ein kleines Dorf im Nordwesten von Kamerun mit ca. 1.000 Einwohnern. Sie leben vom Ertrag kleiner Felder in näherer und weiterer Umgebung des Dorfes. |
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Mein Kamerun-Aufenthalt war alles andere als ein typischer
Hotelurlaub. Tichi Mbanwie, der Gründer des
Nahow-Vereins und seine
Frau Katrin haben mich mitgenommen und wir wohnten direkt in den
Familien seiner Geschwister. So war es mir möglich, das dortige Leben
und die täglichen Gewohnheiten ganz unmittelbar kennen zu lernen und MIT
zu erleben. In dieser aufregenden Zeit wurden mir ganz persönliche
Einblicke in das Familienleben, das Miteinander, die Essgewohnheiten und
die Wohnsituation von ganz unterschiedlichen Kameruner Familien
ermöglicht. Das Vertrauen und die herzliche Aufnahme haben mich genauso
tief beeindruckt, wie die Lebensumstände mit all ihren hygienischen und
räumlichen Gegebenheiten.
Wir besuchten die größten Städte von Kamerun (Douala, Jaunde und Bamenda), aber auch Projekte in Kleinstädten und Dörfer. Während unserer Reise hatten wir unter anderem auch einen Termin bei der deutschen Botschaft in Jaunde (Hauptstadt von Kamerun), die in diesem Jahr ihre Unterstützung in Aussicht gestellt hat. Über 2000 Autokilometer, teils im Regenwald, teils auf unsicheren Wegen, oft dichtgedrängt in älteren Autos liegen hinter uns. Entschädigt wurden wir durch wunderbare, vielfältige Landschaften und viele interessante Kontakte und Erlebnisse. |
| Während in den Städten zumindest meistens Strom fließt und je nach Stadtteil mehr oder weniger oft Wasser aus den Leitungen kommt, liegen in den Dorfhütten weder Strom- noch Wasserleitungen. Wasser wird von dem nächsten Fluss zu einem Brunnen gepumpt. Im Gegensatz zu den Städten ist Wasser permanent vorhanden, allerdings eben wirklich nur Flusswasser und nur an diesem einen Punkt im Dorf. Es wird also per Kanister oder Eimer in die Häuser getragen. Das bedeutet natürlich auch, dass es im Dorf keine Toiletten gibt. Das Haus, in welchem wir während unserer Tage im Dorf gewohnt haben, hatte im Garten allerdings den „Luxus“ zweier gemauerter Plumpsklos. Bei unserem ersten Besuch im Dorf fehlten noch die Türen, diese wurden für unseren zweiten mehrtägigen Besuch extra angefertigt und eingesetzt. |
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Die Einweihungsfeier des Ausbildungszentrums für Schneiderinnen und Tischler fand am Samstag zwischen den Osterfeiertagen statt. Innerhalb der Feierlichkeiten wurde Katrin, die stellvertretende Vorsitzende des Nahow-Vereins mit einer roten Feder ausgezeichnet. Die rote Feder ist eine Anerkennung für außerordentliches Engagement für die Dorfgemeinschaft. Sie wurde zum ersten Mal einer Frau verliehen, also eine ganz besondere Ehre. Als Dankeschön für unsere Unterstützung haben wir von der Dorfgemeinschaft die traditionelle Tracht geschenkt bekommen. Ab Mittag wurde bis in die Nacht hinein gesungen, getanzt, gegessen und gefeiert. |
| Das Ausbildungszentrum besteht aus insgesamt zwei Gebäuden. In einem großen Klassenzimmer für die Schneiderinnen steht für jede Schülerin eine fußbetriebene Nähmaschine. Außerdem gibt es ein Büro für die Lehrerin und ein Lager für Materialien. Von dem Erlös des Ebooks Alle(s)Zusammen wurde unter anderem der Einsatz einer Solaranlage finanziert, so dass im Zentrum Strom für Licht, sowie für ein paar Tischlerwerkzeuge erzeugt wird. Außerdem ist ein weiterer großer Raum entstanden, dieser wird noch mit Tischen, Stühlen und Tafel ausgestattet und soll für allgemeine Gesundheits-, Aufklärungs- und Hygiene-Schulungen genutzt werden. |
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Für die Schneiderinnen konnten wir nicht nur das Gehalt der Lehrerin spenden. Jede Auszubildende hat eine Tasche mit allen wichtigen Startutensilien (Schneiderschere, Stecknadeln, Stylefix, Kreide, Nähgarn, Aufnähern, Bändern, Rollschneider, …) bekommen. Außerdem haben wir ein großes Paket mit vielem weiteren Zubehör sowie englischen Schnittmustern und Ebooks schon im Januar verschickt. Die Pakete sind rechtzeitig angekommen und wurden in der ersten Woche von den Auszubildenden im Lagerraum eingeräumt. Damit alles heile den Transport übersteht, wurde es von uns natürlich großzügig mit Luftkissen-Folie gepolstert. Diese Folie bereitete Groß und Klein im Dorf viel Freude, es wurde stundenlang gemeinschaftlich „geknistert“. Ich bedanke mich an dieser Stelle ganz herzlich bei allen unten genannten Firmen, welche im Rahmen der Zusammenarbeit mit farbenmix diese Schneiderwerkstatt ausgestattet haben. |
| An Ostern konnten wir die Dorfbewohner mit einer ihnen unbekannten deutschen Tradition überraschen: bunte Ostereier! Die gefärbten Eier wurden staunend bewundert und nach anfänglicher Skepsis alle sehr begeistert aufgegessen. |
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Der Nahow-Verein legt
sehr viel Wert auf Unterstützung zur Selbsthilfe und damit auf Projekte,
welche langfristig die Lebensqualität der Gemeinschaft verbessern.
Einzelne Schicksale sind natürlich schlimm, aber um wirklich die
Lebensumstände von vielen Menschen zu verbessern, sind Veränderungen im
Bereich der Bildung/Ausbildung, sowie des Gesundheitswesens notwendig.
Die Grundschule im Dorf wurde bereits im Jahr 2010 vom
Nahow-Verein fertig
gestellt und eingeweiht. Das nun entstandene Ausbildungszentrum bietet
nach der Schule den Mädchen und Jungen eine Perspektive zum Erlernen
eines Handwerks. Die Dorfgemeinschaft hat beide Projekte nicht nur
angenommen, sondern auch tatkräftig mit denen ihnen zur Verfügung
stehenden Mitteln unterstützt. |
| Hinsichtlich neuer möglicher Projekte haben wir bei unserer Reise
auch gleich die Krankenstation im Nachbardorf (nur ein paar Gehminuten
entfernt) angeschaut. Der Zustand und die Bedingungen unter denen dort
Menschen untersucht und behandelt werden, sind nur schwer vorstellbar.
Die Verbesserung dieser Station oder die Anstellung einer ausgebildeten
Krankenschwester könnte ein nächstes
Nahow-Projekt werden. Ebenso wird über die Organisation einer Essensausgabe in der Grundschule nachgedacht. Zum einen würde so zumindest einmal täglich die Nahrungsaufnahme der Kinder sichergestellt, zum anderen würde dies die Eltern dazu anregen, die Kinder auch wirklich in die Schule zu schicken und nicht zum Arbeiten daheim zu behalten. Farbenmix, aber auch unsere Familie persönlich, werden weiterhin sehr gerne Projekte in dieser Region in Zusammenarbeit mit dem Nahow-Verein unterstützen. |
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| Ich habe die Kameruner vom ersten Tag an als außerordentlich
gastfreundlich empfunden und wurde wahnsinnig herzlich überall auf- und
von allen in den Arm genommen.
An dieser Stelle möchte ich mich noch mal ganz herzlich bei Tichi, dem Vorsitzenden des Nahow-Vereins und seiner Frau Katrin, für die einzigartige, sehr persönliche Reise mit den vielfältigen Eindrücken und Erfahrungen bedanken. DANKE! Ich werde die Tage nie vergessen … |
Ein Klick vergrößert die Bilder.
Die Tischler-Klasse![]() |
Die Schneider-Klasse
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Feierlichkeiten mit individuell komponiertem Song und ganz viel Tanz

Die Toiletten; links und rechts außen sind die Duschkabinen
Die Solaranlage vor der Installation und danach

Die Straße ins Dorf (an dieser Stelle noch verhältnismäßig schön befahrbar)

Verschiedene Landschaften, abgeholzter Regenwald, Strand und riesige Bäume
Esskultur, mal frisch-fruchtig vom Teller oder im Straßenlokal vom
Computerpapier

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Herzlichen Dank auch an die Firmen huups!, kunterbunt-design, Swafing, Nähpark und UnionKnopf, welche ebenfalls mit Sachspenden zur Ausstattung der Schneiderei beigetragen haben. |
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